Handel und Verwaltung

Wirtschaft und Handel

Handwerk und Erzeugnisse

Regierung und Gerichtsbarkeit

Herrwesen und Bewaffnung

 

Wirtschaft und Handel

Waligoi

Je nach Stamm überwiegen Ackerbau (Atlir, teilw. Gauten und Bognaren) oder Viehzucht (Heden, Bognaren, teilw. Gauten). Alle Küstenanwohner betreiben Fischfang. Bergbau, Verhüttung, Metallverarbeitung und Schiffbau werden hauptsächlich von den Atlir und insbesondere letzteres von den Gauten betrieben.

Einige Walis betreiben besonders den Handelsverkehr zu Land und zu Wasser; weiterhin finden an festen Treffpunkten zu Feierlichkeiten und Things Märkte statt. Die gängige Wirtschaftsform ist der Tauschhandel.

Da walische Münzen äußerst selten sind (und lieber als Schmuck und Erinnerungsstücke Verwendung finden), haben ausländische Münzen bei den mißtrauischen Walis lediglich Materialwert. Es wird gern mit Hackgold bezahlt, d.h. der Preis einer Ware wird in einer ausgemachten Gewichtsmenge Edelmetalls (Gold, Silber, usw.) entrichtet. Dies wird dann passend von Schmuck oder Barren abgehackt oder gebrochen.

Bei den Walis werden Steuern erhoben, denen in Neu-Westurgoi auch die Azcapazulcos unterliegen.

Neu-Westurgoi

Im Vinurdjurd, dem Hochland von Högjurdgard, werden sowohl Ackerbau und Viehzucht betrieben, als auch in größerem Umfang Bisons gezüchtet. Die Honigbienen sorgen reichlich für den Grundstoff unseren geliebten Met. Da Neu-Westurgoi vom Meer umgeben ist, betreiben alle Küstenbewohner den Fischfang. An der Küste des Hunyngvidur zum Endlosen Ozean hin ist wegen der kalten Strömung sogar Robbenjagd und Walfang möglich. Aufgrund guter Handelsbeziehungen der Beltyren mit den Naturgeistern ist es ihnen ermöglicht, auch in deren Küstengewässern im Binnenmeer zu fischen. Aufgrund der schier endlosen Wälder, die zwei Drittel Neu-Westurgois bedecken, ist der Schiffbau ebenfalls ein bedeutender Handwerkszweig. Alten Erzählungen zufolge soll vor der Ankunft der Walis der Bau von seetüchtigen Schiffen in diesem Teil der Westlichen Welt unbekannt gewesen sein. Es herrscht allerdings Mangel an Eisen in Neu-Westurgoi, wie auch in fast allen anderen Ländern rund um das Binnenmeer.

Der Landweg von Nadartaekir nach Xitle führt über eine gut ausgebaute Handelsstraße. Sie verbindet die Handelswege, die über das Binnenmeer führen mit denen über den Endlosen Ozean. Da in diesem Teil der Yddia die Landmasse zwischen Binnen- und Außenmeer am Geringsten ist, lohnt es sich für den Überseehandel, hier die Waren über den Landweg zu transportieren. Neu-Westurgoi erhebt für die Nutzung diesen Handelsweges Abgaben von den Händlern. Im Gegenzug werden die Wagenzüge bzw. Handelskarawanen durch Krieger des walischen Heeres gesichert.


Zudem wird zwischen Waligoi und Neu-Westurgoi reger Handel getrieben. Als Handelsgüter für Ex- und Import kommen jedoch aufgrund des langen Seeweges nur besonders gewinnversprechende Waren in Betracht. Dies sind für den Export nach Waligoi z.B. Edelhölzer, gefärbte Stoffe und Gewürze. Metalle aller Art, speziell Eisen (auch als Waffen) und Walroßelfenbein sind Beispiele für Handelsgüter, die aus Waligoi importiert wird.


In Neu-Westurgoi werden Abgaben erhoben (siehe oben). Mit ihnen wird unter anderem das stehende Heer ausgerüstet und versorgt. Auch die Azcapazulcos unterliegen diesen Abgaben. Als Gegenleistung für Kriegsdienste werden die Abgaben zeitweilig ermäßigt bzw. ausgesetzt.

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Handwerk und Erzeugnisse

Waligoi

Neben den üblichen Erzeugnissen der Töpferei, Metallverarbeitung, Webkunst usw. hat das Volk der Wali, insbesondere die Stämme der Atlir und Gauten, die Kunst des Schiffbau zu absoluter Perfektion entwickelt. Nachdem das Land nicht in der Lage ist seine Bewohner zu ernähren, waren diese gezwungen sich dem Meer zuzuwenden. Die typischen und unverkennbaren Drachenschiffe machen den Walis das Meer zum Lebensraum, in dem sie sich mit Instinkt und seemännischen Können behaupten. Die walischen Langschiffe sind immer nach gleichem Prinzip erbaut. Über einem Skelett aus Streben wird eine Plankenhaut gezogen. Die Verbindungen der Bauteile, die Bauart und die Abdichtungen der Planken erlauben eine elastische Verwindung des Bootskörpers. So gleitet das Schiff in sich beweglich über die Wellen, anstatt sich wie andere Wasserfahrzeuge stampfend hindurchzuschieben. Durch den flachen Rumpf entsteht ein nur geringer Tiefgang, der es erlaubt, weit in Flussläufe einzudringen. Die Takelage des wirkungsvollen Rahsegels schliesslich ist derart einfach und beweglich, daß selbst komplizierte Manöver schnell und exakt durchgeführt werden können. Dies alles verleiht dem walischen Langschiff eine hohe Beweglichkeit und Geschwindigkeit. Bei Flaute wird das Fahrzeug mittels zahlreicher Riemenpaare gerudert. Für jeden Zweck wurden unterschiedliche Langschiffstypen entwickelt. So dient der schnelle großräumige 'drakur' (Drache) als Kriegs- und Raubfahrtschiff oder der hochbordige 'björdr' (Bär) als Transport- und Handelsschiff, als Küstensegler und Binnenfahrzeug gibt es den schlanken 'fiskur' (Fisch) und so viele andere Typen mehr.

Desweiteren verarbeiten die Stämme Metall zu hervorragenden Waffen wie Schwert, Axt oder Ger. Und die Bognaren haben ein ausgesprochenes Gespür für das Bauen von Bogen.

Neu-Westurgoi

Neben den üblichen Erzeugnissen der Töpferei, Webkunst, Metallverarbeitung (vor allem edle Metalle), Metherstellung (wegen der vielen Honigbienen) usw. profitieren die Beltyren vor allem vom reichen Holzbestand der Wälder, aus denen sie ihre berühmten Langschiffe bauen. Da das Land die Bevölkerung ernähren kann, sind die Beltyren weitaus friedlicher als die Walis aus Waligoi.

Sie haben sich niedergelassen und betreiben einen Hof, dessen Erzeugnisse sie verkaufen. Es sind reichlich Tiere vorhanden, aus deren Wolle man Stoffe weben kann. Aufgrund des unterschiedlichen Klimas in Neu-Westurgoi stellen die Beltyren verschieden dicke Stoffe her. Im Süd ist eine leichte Kleidung angebracht, während die zum Teil empfindlich kalten Winde des Endlosen Ozeans dicke Stoffe und Pelze für den Menschen vorteilhafter erscheinen lassen. Außerdem haben die Beltyren von den Azcapazulcos das Wissen und die Technik des Färbens der Stoffe übernommen. So ist es nicht verwunderlich, daß die Beltyren farbenfroher gekleidet sind als die Walis in Waligoi.

Mit diesen bunten Stoffen, die inzwischen nicht nur bei den Walis unter der Bezeichnung ”Kolonialbraun” bekannt sind, wird reger Handel mit Waligoi getrieben. Die Produkte finden dort reißenden Absatz.

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Regierung und Gerichtsbarkeit

Die Führung der Walis obliegt den Jarkhanen bzw. in Neu-Westurgoi dem durch die Jarkhanen eingesetzten Jarl. Der Jarl ist oberster Richter und somit die letzte Instanz der Rechtsprechung in Neu-Westurgoi. Dieses Recht wird jedoch meist nur in besonders schwierigen oder wichtigen Dingen ausgeübt.

Sollte es allerdings zu Streitigkeiten alltäglicher Art zwischen den Walis kommen, ob stammesintern oder zwischen Sippen oder einzelnen Walis, oder wenn etwas gemeinsam entschieden werden muß, dann entscheidet darüber das Thing. Das Thing wird regelmäßig oder bei Bedarf außerordentlich einberufen. Jeder freie Wali hat Stimm- und Rederecht. Der jeweils Ranghöchste führt den Vorsitz. Dieser wird im Laufe des Things als Thingkhan angesprochen.

Beim Thing wird auch Gericht gehalten. Streitfälle werden vorgebracht und es wird versucht zu schlichten. Hierbei werden beide Parteien und Zeugen gehört. Jeder freie Wali kann, wenn er Ankläger oder Angeklagter ist, einen anderen Wali als Fürsprecher benennen. Selbst Unfreie dürfen für sich sprechen, wobei ein Fürsprecher dem Wort des Unfreien mehr Gewicht verleiht. Nach der Anhörung berät das Thing öffentlich über das Urteil. Danach verkündet dieses der Thingkhan. Ankläger oder Angeklagte können auch ein Gottesurteil verlangen. Hierbei werden die beiden dann mit ihren Waffen in ein abgegrenztes kleines Gebiet geschickt. Wer überlebt, hatte Recht, denn die Götter haben seine Hand geführt. Dieser Vorgang wird auch Holmgang genannt. (Holmen sind kleine Inseln.)

Schuldige werden in der Regel zu angemessenen Sühneleistungen verurteilt. Meist ist das eine Wiedergutmachung oder Schadenersatz. So wird bei Totschlag ein Manngeld gezahlt, damit die Hinterbliebenen angemessen versorgt sind. Tritt jemand seine Strafe nicht an oder zahlt das Manngeld nicht, oder war sein Vergehen entsprechend schwerwiegend (zum Beispiel eine Tat gegen die Allgemeinheit), so wird er zum Friedlosen erklärt. Fortan wird ihm weder Unterkunft noch Schutz zuteil, und jeder darf ihn ohne Strafe erschlagen.

Bei den Azcapazulcos in Neu-Westurgoi hat ein Priester, Häuptling oder der Ältestenrat einer Siedlung die Gerichtsbarkeit inne. Sie entscheiden in einem Gemisch aus Ritualen, alten Überlieferungen, Zeichen am Sternenhimmel und dem eigenen Menschenverstand über die Streitfälle unter den Azcapazulcos.

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Heerwesen und Bewaffnung

Waligoi

Die Walis in Waligoi haben kein stehendes Heer, obgleich doch ein guter Teil der Bevölkerung durch Hymirfahrten und Raubzüge ständig unter Waffen steht. So sind häufig ganze Sippen oder sogar Stämme geschäftlich unterwegs, also auf Beutezug. Mit ihren Langschiffen dringen sie dabei bis an die entferntesten Küsten, Buchten und tief in Ströme und Flussläufe vor. Im Kriegsfall ruft der Jarkhan die Krieger von den einzelnen Höfen zusammen und führt sie zum Kampf. Gefahr für Waligoi schweisst die sonst so unterschiedlichen und oft zerstrittenen Krieger zu einem Heer zusammen. Die Waffen der Walis sind das zweischneidige Langschwert, die Schlachtaxt, der Stoßspeer (Ger) und der Langbogen. Als Parierwaffe dient der große Rundschild. Als Rüstung tragen die Walis Waligois Leder- oder Metallhelme, die mit Spangen verstärkt sind. sowie Lederpanzer oder Kettenhemden.

Neu-Westurgoi

Aufgrund ihres fruchtbaren Landes müssen die Walis in Neu-Westurgois nicht soviel Zeit und Arbeit in die Versorgung mit Lebensmitteln investieren und können sich im Gegensatz zu Waligoi auch in Friedenszeiten ein kleines stehendes Heer leisten. Es wird im Verteidigungsfall in kürzester Zeit verstärkt. Der Jurdfyndar, der walische Heerführer der Westlichen Welt, hat den Oberbefehl. Doch nicht nur Walis dienen dem Jurdfindar. Auch Azcapazulcos sind im Heer zu finden. Durch ihre Ortskenntnis sind sie als Kundschafter prädestiniert. Die Azcapazulcos bleiben bis auf wenige Ausnahmen auf dem Festland, so dass es die Walis sind, die auf ihren Langschiffen das Binnenmeer befahren. Auch die Walis Neu-Westurgoi tragen die traditionellen Waffen. Bei ihnen hat sich der Brauch entwickelt, den Rundschild, der zur Verteidigung gebraucht wird, mit Motiven zu bemalen, die oft an die alte Heimat erinnern. Aufgrund des Metallmangels sind in Neu-Westurgoi Langschwerter und Kettenhemden teure Importgüter, die aus Waligoi eingeführt werden müssen. Daher sind diese bei den Walis Neu-Westurgoi eher seltener.

Die Azcapazulcos tragen grundsätzlich keine Metallwaffen oder -rüstungen. Sie sind mit Knochen- oder Holzspeer und Steinaxt ausgerüstet. Auch sie verwenden einen großen, jedoch länglichen Schild zur Verteidigung. Wenn sie Rüstungen tragen, dann einen Lederpanzer oder ein Geflecht aus Holzfasern.

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