Brauchtum und Kultur

Mythologie, Götter und Religion

Brauchtum

Volkskunst und Kunsthandwerk

Musik- und Dichtkunst, (Hymne)

Die Walische Sprache

Die Schrift der Walis

Walische Zahlenzeichen

Zauberei, Magie und Wahrsagekunst

 

Mythologie, Götter und Religion

... da sandte Er Wali, Alsvidr und Höggr aus, einen Ort zu finden, in dem sie nach der Schlacht ein neues Heim finden sollten. Zu Schiff machten sie sich zusammen mit ihren Hausständen auf die Suche. Lange Zeit durchquerten sie alle Welten und alle Meere, jedoch fanden sie kein Land, das frei war von dem Spruch der Nornen. Da meinte Höggr, wenn kein Land da sei, müsse man es eben finden in den Meeren des Geistes. Und so fanden die Götter das neue Heim. Doch nichts war dort ausser Meereswogen. Da streute Alsvidr Getreide in das Meer und daraus wurde Land, bedeckt mit Pflanzen und Tieren. Und Alsvidr nahm Bohrer, seinen Ger und rieb ihn mit Wasser und Erde ein. Daraus wurde dann der erste Mensch, dem Alsvidr all das Land schenkte. Eliwagar nannte der Gott ihn und er wurde Stammvater aller Menschen der Südlande. Gunna wurde dessen Weib genannt. Doch sie lebten in Furcht vor den Göttern und verabscheuten nichts mehr als den Kampf. Als Höggr, der Streiter, diese Wesen sah, bekam er einen gewaltigen Zorn. Rot wurde sein Kopf und mit gewaltiger Stimme schalt er die Nachkommen Eliwagars, dass sie sich in Höhlen verkrochen aus Angst vor dem Zorn des Ganzen. Da nahm er Spalter - seine Axt - und rieb sie mit Blut und hartem Eisen. Jedoch sprang die Axt fort, nachdem er sie rieb und keiner konnte sie mehr fassen.

Ein neuer Mensch wurde aus diesem Werk, der Vater aller Krieger. Wegtam wurde dieser Mann genannt. Mächtig waren Stimme und Gestalt, groß die Kraft und gewaltig das Lachen. Gunnlöd hieß sein Weib, mit dem er das Volk der Walis gründete. Doch alles Land war schon an die Sippe Eliwagars vergeben. Da warf Wali Fleisch in die Salzfluten und daraus wurde ein rauhes und kaltes Land. Dieses machte Wegtam sich zu eigen. Als diese Werke vollbracht waren, warf Wali die Stäbe und deutete das Schicksal der Sippen, und die Götter wandten sich Wegtam zu. Da warf Wali die Schilde Goldschein und Silberglanz hinauf in den Himmel und dort rollen sie um die Welt als Sonne und Mond... (Auszüge aus der jüngsten Edda; von Aergrid adhalsmannr)

Die Walis verehren vier Götter. Die ersten drei sind die Stammesgötter der ältesten Stämme. Die vierte hier aufgezählte Gottheit ist die Stammesgöttin der Bognaren, eines Stammes, der sich erst später bildete.

Die Götter:

Wali:

der große Erhalter und der Wächter über das Licht, dessen Zeichen die Sonnenscheibe, der Schild gegen Kälte und Dunkelheit ist. Seine Waffe - das Schwert - hat in der Mythologie große Bedeutung für die Walis. Wali brachte auch den Menschen die Kunst bei, aus den Runen zu lesen. Er ist der Stammesgott der Atlir.

Höggr:

wird als Kriegsgott verehrt. Er ist der Gott der Rache und der Zerstörung. In seinem Namen wird die Ehre eines Walis angerufen und eingesetzt. Höggr ist es auch, der zuweilen Menschen mit Bären- oder Wolfswut zeichnet; sie zu Berserkern oder eben zu Wolfserkern macht. Sein Zeichen ist die Axt und er ist der Stammvater der Heden.

Alsvidr:

gilt als der Schöpfer unter den Göttern und als Spender der Fruchtbarkeit. Als solcher finder er besondere Verehrung. Zuweilen sagt man, er herrsche über das Meer und dessen Geschöpfe. Er soll einigen Menschen besondere Heilkraft schenken. Sein Zeichen ist der Ger, und er wird von den Gauten als Stammesgott geehrt.

Hyldyr:

die Stammesgottheit der Bognaren taucht erst in späteren Mythologien und zuerst einmal als Sendbotin der Götter und als Schicksalsbringerin in Schlachtengesängen auf. Als gerüstete Maid oder in Gestalt eines Seedrachens weist sie auf kommende Wallfahrt und Kriegertod hin. Ihr Symbol ist ihre Gestalt als Drache.


Die Beltyren verehren die vier Götter ihrer alten Heimat: Wali, Höggr, Alsvidr und Hyldir. Es mag augenscheinlich zwar befremdend wirken, aber gerade der Glaube an die alten Götter und ihre Verehrung ist die stärkste Verbindung der Beltyren mit ihren Wurzeln in Waligoi.

Die Azcapazulcos verehren das EI. Ihren Mythen zufolge trug es der Weltenvogel auf seinem Weg durch das unendliche Nichts. In seinem Gefieder lebte das Ewige Volk. Doch bevor der Weltenvogel das EI legen konnte, starb er. Sein bernsteinfarbenes Fleisch zerfiel und bedeckt seitdem die steinerne Schale des EIs als Erde. In dem EI wächst jedoch ein junger Weltenvogel heran. Das Ewige Volk erschuf die Azcapazulcos, damit diese für das EI sorgen. Das Ewige Volk wartet darauf, dass der Weltenvogel schlüpft und sie weiter mit ihm durch das unendliche Nichts reisen können.

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Brauchtum

Waligoi

Walis haben viele Gebräuche und Traditionen. Sie werden genauestens eingehalten und an die Kinder weitergereicht. Einige seien hier aufgezählt.

Nach der Geburt eines Walis schenken die Großeltern und der Sippenälteste dem Neugeborenen ihren Segen, und ein Runenkundiger wirft zur Zukunft des Kindes die Runen. Ein jeder schenkt dem Kind einen Gegenstand, um ihm den ersten, für das Leben nötigen Besitz zu verschaffen.

Wird ein Jugendlicher volljährig, so bekundet die Sippe dies durch ein kleines Fest und ein von Sippe zu Sippe unterschiedliches Ritual, bei dem der Sippenälteste immer eine besondere Rolle spielt und den jungen Wali einigen Prüfungen unterzieht. Durch dieses Ritual wird der Jugendliche in den Kreis der mündigen Walis aufgenommen und freier Wali mit den damit verbundenen Rechten und Pflichten.

Wenn ein Paar heiraten will, versprechen sie dies vor der Sippe. Diese wird am Abend vor dem Haus des Mannes oder seines Vaters zusammen gerufen. Dann hängt der Mann der Frau ein Lederband um den Hals und steckt seinen Siegelring an den Finger und verspricht sie zu heiraten. Dann teilen sich beide ein Horn Met. Manchmal wird diese Zeremonie auch auf einem Thing vollzogen.

Zur Hochzeit wird der Braut von der Schwiegermutter eine Lanzenspitze in den Schoß gelegt, um die Frau mit besonderer Fruchtbarkeit zu segnen. Die Waffengenossen und Kampfgefährten des Mannes befestigen ein Axtblatt über der Tür, um ihm und seiner Familie Glück zu bringen. Solch ein Ereignis wird vor allem bei reichen Walis mehrere Tage gefeiert.

Nach dem Tode werden wohlhabende oder berühmte Walis in Feuerschiffen oder Hügelgräbern, häufig mit schiffförmigen Steinsetzungen, beigesetzt. Den Toten werden Grabgaben für die Reise in das Totenland und Waffen für die letzte Schlacht mitgegeben. Schwerter und Gerspitzen werden verbogen, um dem Toten im Falle des Wiedergängers in diese Welt keine Waffe zu geben, denn diese besäßen unheilvolle Magie. Über den Grabhügeln wird meistens eine Eiche gepflanzt. Durch die Wurzeln kann der Geist des Toten so in die Baumkrone gelangen, um den Besitz seiner Sippe zu überblicken. Einfache Walis werden verbrannt und in Urnen beigesetzt. Diese sind oft von einem kleinen Steinwall in Schiffform umgeben. Der Wali bleibt auch nach seinem Tode Mitglied seiner Sippe. Diese hat für ein angemessenes Begräbnis zu sorgen und das Andenken an den Toten zu wahren. So wird der Ahne bei wichtigen Festen an die Tafel gebeten, und in Sagas und Liedern wird sein Ruhm besungen.

Große Tradition haben auch viele Feste. Jedes Jahr werden das Thing aller Walis und die einzelnen Stammesthings einberufen. Um diese herum werden immer Feste und Märkte abgehalten. Ein besonderer Festtag ist der Übergang des Jahres vom Winter zum Sommer. Dieser Tag wird als ausgelassenes Freudenfest mit hoch auflodernden Flammen gefeiert. Dieses Fest wird Mitwinter genannt. Das Gegenstück dazu ist Mitsommer. Dieser längste Tag wird ausgiebig gefeiert mit Met und einer reich gedeckten Tafel. Im Frühjahr gibt es noch das Saatfest, das hoch angesehen ist. Nach dem Fest werden die Felder bestellt. Zum Abschluss der Ernte gibt es das Erntefest, wo meist drei Tage gefeiert wird.

Neu-Westurgoi

Von den Walis aus Waligoi unterscheiden sich die Beltyren vor allem in der Kleidung. Diese ist meist in gedeckten bunten Farben gehalten, die im Sprachgebrauch als ”Kolonialbraun” bezeichnet werden.

Als weiteres äußeres Kennzeichen erkennt man die Beltyren an einem aus (Woll-)Stoff geflochtenen Gewandungsgürtel, welcher zusätzlich zu dem üblichen Waffen- bzw. Ausrüstungsgürtel getragen wird. Der Name ”Beltyr” ist an diesen Gewandungsgürtel angelehnt, der recht vielfarbig sein kann.

Zusätzlich bedecken die Beltyren ihr Haupt bei wichtigen zeremoniellen Anlässen (wie zum Beispiel der Thingplatzweihe und dem Runenwurf) mit einer Fellkappe.


In Neu-Westurgoi haben sich die Beltyren die alten Traditionen bewahrt, aber sie haben auch noch weitere Gebräuche. Als Beispiel hat sich ein Fest durchgesetzt, das die Ankunft Thorwalds in der Westlichen Welt feiert.

Bei den Azcapazulcos gibt es natürlich andere Sitten und Gebräuche. Da in den Siedlungen entweder Walis oder Azcapazulcos leben (Ausnahme: Xitle und andere große Städte), gibt es zwischen ihnen glücklicherweise kaum kulturelle Reibereien.
Bei der Geburt eines Kindes findet bei den Azcapazulcos ein kleines Fest statt. Dann wird ein Schwein geschlachtet und Pflanzenschnaps getrunken.
Um volljährig zu werden, müssen die Männer in den Wald gehen und ein gefährliches Raubtier erlegen. Diese Aufgabe wird von einer Gruppe junger Krieger ausgeführt. So ist gesichert, dass viele von ihnen, häufig die Stärksten und Schlauesten, überleben. Mädchen werden mit der ersten Menstruation volljährig.
Hochzeiten werden durch Absprachen der Väter von Braut und Bräutigam arrangiert. Die Klugen unter ihnen beobachten vor diesen Verhandlungen ihre Kinder und besprechen mit ihnen ihre Zukunftspläne. Volljährige Azcapazulcos suchen sich selbst ihre Ehepartner und sprechen beim jeweiligen Schwiegervater vor.
Nach ihrem Tod werden die Azcapazulcos auf dem Dorfplatz verbrannt. So wird sichergestellt, dass diese endgültig im Totenreich bleiben. Ist der Tote ein Häuptling oder Priester, so werden ihm reiche Grabbeigaben mitgegeben.
Die Azcapazulcos lehnen jeden Gebrauch von Metall ab, egal welchen Nutzen sie daraus ziehen könnten.

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Volkskunst und Kunsthandwerk

Waligoi

Durch lange kalte Winter zu Untätigkeit gezwungen, haben die Walis reichhaltige Kunstfertigkeiten entwickelt. Gern sitzen sie an den langen Abenden beieinander und schaffen ihre Kunstwerke. Aus Holz, Bein und Bernstein verstehen sie es, verschnörkelte und komplizierte Schnitzereien zu formen. Insbesondere ihre Holzschnitzereien sind derart detailreich und verschlungen, dass man selbst mit geübten Auge Schwierigkeiten hat, der Form zu folgen. Walis verzieren gern ihre Besitzstücke. Sie tun dies wo nur möglich und so aufwendig wie nur möglich. Schiffe, Häusergiebel, Wagen und Schlitten, alles wird mit der typischen Schnitzkunst verschönert. Gleichermaßen verziert und gearbeitet stellen Walis Schmuckstücke wie Broschen, Spangen, Gürtel und Anhänger her. Walische Frauen haben diesen Stil auf die Weberei und Knüpferei übertragen und vervollkommnet. Ganze Helden- und Göttersagen wurden so festgehalten. Es werden Wandteppiche hergestellt, auf denen die Sagas in einzelnen Bildern zu erkennen sind.

Neu-Westurgoi

Die Beltyren haben die Schnitzkunst aus Waligoi nicht verlernt. Sie verstehen es vortrefflich, aus Holz verschnörkelte und komplizierte Schnitzereien zu fertigen. Diese sind derart detailliert, daß man selbst mit geübtem Auge Schwierigkeiten hat, alle Motive beim ersten Blick zu erfassen. Die Beltyren verzieren gern ihre Besitzstücke wie Schiffe, Häusergiebel, Wagen und Haushaltsgeräte. Alles wird mit der typischen Schnitzkunst verschönert. Gleichermaßen verziert und gearbeitet stellen sie Schmuckstücke wie Broschen, Spangen, Gürtel und Anhänger her. Die walischen Frauen haben diesen Stil auf Weberei und Knüpferei übertragen und vervollkommnet. Die Beltyren haben von den Azcapazulcos die Technik des Färbens von Stoffen übernommen. So ist eine bunte Mode nach alten walischen Schnitten entstanden. Auch die Wandteppiche, die in den Hallen vieler Adligen zu finden sind, zeugen in großer Farbenpracht von Helden- und Göttersagen.

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Musik- und Dichtkunst

In gleichem Maße wie der Volkskunst und dem Kunsthandwerk sind die Menschen Waligois oder Neu-Westurgois der Skaldenkunst zugetan. Jeder, der das Glück hatte auf einem Thing oder einer Festlichkeit der Walis zugegen zu sein, wird von der Schönheit, der Klangfülle und Dramatik der ununterbrochenen vorgetragenen Lieder und Erzählungen berichten können. Meist handeln die Vorträge von Heldentaten und abenteuerlichen Erlebnissen der Götterfiguren, welche in der Edda beschrieben stehen, aber auch dramatische und schicksalsbeladene Begebenheiten sind Stoff für die walischen Skalden. In ihren Gedichten und Liedreimen bedienen sie sich dabei gern komplizierter Versmaße und der Technik des Stabreims. Die Begleitung erfolgt mit Laute, Lyren, Trommeln und Flöten. Feste und feierliche, ausgelassene Umzüge werden von Hörner- und Lyrenklang, sowie Trommelgedröhn eingestimmt. Es gibt Skalden, die sich ganz der Musik verschrieben haben. Andere wiederum bereisen große Teile der Welt und berichten dann, von ihren Erlebnissen. Einige sind so bekannt, dass sie auch zu Festen in ferne fremde Länder eingeladen werden.

Hymne

Eine besondere Aufmerksamkeit der walischen Musikkunst sollte man der Hymne der Walis widmen. Sie wird sehr sanft gesungen und der Refrain wird von allen gesprochen in einem intonierten Ton.

Valiurd Hymn
(yr Fenrir skaldar)

Die Walische Hymne
(von Fenrir dem Skalden)

En ishyljaret sletten / Vyrt troll gráre hert gatr /

In den eisbedeckten Ebenen / Wo der Troll seine Löcher gräbt /

Ulfur lifre en friur / En kulurd jurd yr norr /

In dem kalten Land des Nordens / Wo der Wolf in Freiheit lebt /

Vyrt Yggrgard, valdryrd studr, staendre / En vidhaevn urd skyd /

Wo Yggrgard, die mächtige Stadt / In Pracht und Schönheit steht /

Dy yndre skyddar yr Vali / Adhalurd stridaren byre.

Dort wohnt ein edles Kriegervolk / Das unter Walis Schutze lebt.

 

 

Refrain:

Refrain:

Vig sirtre sigluren / Ulfuren yr sjurd / Kvaemret yr Alsvidr / Vig holdre fyrk Vali en Hymir / Vid Höggr!

Wir setzen die Segel / Die Wölfe der See / Gezeugt von Alsvidr / Zieh'n wir für Wali ins Hymir / bei Höggr!

 

 

Ak Stofuren lifre en Valigoi / Skyddre isurd rikr /

Vier Stämme leben in Waligoi / Schützen das frostige Reich /

Gáten, heden, atliren urd bognaren / Yr ulfuren likur styrk /

Die Gauten, Heden, Atlir und Bognaren / An Stärke den Wölfen gleich /

Med lans, svidar, yxar urd bog / Den tjydren tyggren yr jurd /

Mit Lanze, Schwert, Axt und Bogen dienen sie / Den Göttern ihres Landes /

Alsvidr, Höggr, Vali urd Hyldyr / Urd dirt haerskar, Jarkhan.

Alsvidr, Höggr, Wali, und Hyldyr / Und ihrem Herrscher, dem Jarkhan.

 

 

Refrain

Refrain

 

 

Stridkurden yr tyggren likur / Skeppen yr valien holdre burt /

Die Schiffe der Walis zieh'n hinaus / Streitwagen der Götter gleich /

Tár letr valdr urd fraegdir / En ràrur en uvitret jurd /

Im Kampfe zu suchen Macht und Ruhm / In unbekanntem Reich /

Tyngvert valdren yr lifnad / Ynurd halk, styrm urd snjurd /

Den Gewalten der Natur zum Trotz / Durch Hagel, Sturm und Schnee /

Uypskurdrytt urd usigret / Ulfuren yr sjurd /

Ziehen wir unaufhaltsam, unbesiegt / die Wölfe der See.

 

 

Refrain

Refrain

 

 

A-ràrr Eft rukur yr ràrur / Hjolmre tár stygglurd ràrr /

A-ràrr! Wenn der Wali Kampfesruf / Erschallt zu grimm'ger Schlacht /

Fjandmenn yr Valigoi fjuldre valdr / Yr lans, svidar urd yxar /

Dann spüren die Feinde Waligois die Macht / Vom Lanze, Schwert und Axt /

Tá kyrt her yr framandyrd ràraren / Nydde myrn ynar menn /

Kein Heer von fremden Kämpfern dann / nicht abertausend Mann /

Enkre ràrur aen sigar / Med stridaren yr Jarkhan.

Geht siegreich aus der Schlacht hervor / Mit den Kriegern des Jarkhan.

 

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Die Walische Sprache

Die walische Sprache stellt für denjenigen, der nicht in Waligoi oder Neu-Westurgoi aufgewachsen ist, ein großes Problem dar. Vor allem die Aussprache unterscheidet sich sehr von allen anderen magiranischen Sprachen. Nach kürzester Zeit wird ein Nicht-Wali bei seinen Sprechversuchen in einen Zustand totaler Heiserkeit versetzt, denn die walische Sprache ist voll von harten r-Lauten, die zudem noch häufig mit anderen Konsonanten gekoppelt sind. Walis beheben dieses Problem, indem sie ihre Stimmbänder mit Met geschmeidig halten. Noch schwieriger wird es, wenn man auf die Dialekte der einzelnen Stämme und einiger Stammesgruppen eingeht. So ist der sprachliche Unterschied zwischen Atlirn und Heden am größten, und im Stamm der Bognaren werden die vielfältigsten Dialekte gesprochen. Trotz dieser Warnungen sei auf das Wörterbuch verwiesen zum Erlernen dieser Sprache.

Einige einfache Sprachbeispiele:

Látre vig fuldr Jarkhan yr sköll!

Lassen wir den Jarkhan vom Schild fallen!

Yrr kvedret!

Sei(d) gegrüßt!

Gor vig harvidr med vinuren

Gehen wir mit Freunden feiern.

Die Schrift der Walis

Unter den Walis verstehen es nur die Adligen, Runenkundige oder einige Skalden ganze Texte niederzuschreiben. Sie verwenden dabei Runenzeichen, von denen es mehrere unterschiedliche Formen gibt.
In Waligoi und in Neu-Westurgoi sind zwei am verbreitetsten. Diese zeigen wir hier, damit auch ein Nicht-Wali die Runen erkennen kann.
 

 

alt

neu

 

alt

neu

 

alt

neu

 

alt

neu

a:

b:

c:


d:

e:

f:

g:

h:

i:

j:

k:

l:

m:

n:

o:

p:

q:

r:

s:

t:

u:

v:

w:

 

 

 

x:


y:

z:

ae:


au:


th:


ei:

 

ng:


ä:


ö:

ü:

 

 

 

Die nicht-runenkundigen Walis kennen in der Regel einige Runen (alt) sehr gut, da man diesen Zeichen eine magische Wirkung beimisst. Die Runen werden auch als Symbol oder Namenszeichen und Markierungen verwendet.

Walische Zahlenzeichen

Bei den Walis gibt es zwei verschiedene Zahlensysteme, das göttliche und das Handelszahlensystem. Das göttliche wird für Texte verwendet, in denen Zahlen (z.B. Jahreszahlen oder Größen) verwendet werden und göttliche Handlungen beschreiben. Das Handelszahlensystem wird eher im Handel mit anderen Völkern oder in der Lagerhaltung verwendet.

Das göttliche Zahlensystem ist auf dem magischen Sechseck aufgebaut. Alle Ziffern sind Teile des regelmäßigen Sechsecks, wobei die Anzahl der Striche (Sechseckkanten) mit dem Wert der Ziffer übereinstimmt.

: yn = 1

: tvyr = 2

: trir = 3

: fjurd = 4

: fynn = 5

: siks = 6

 

 

 

 

: kyrt = 0

Die letzte Stelle einer walischen Zahl gibt die Anzahl der Einer, die vorletzte Stelle die Anzahl der Siebener, die vor- vorletzte die Anzahl der Neununvierziger ( 7 * 7) an, usw.



Hier zwei Beispiele:

= 2 * 49 + 4 * 7 + 6 = 132

 

= 6 * 7 + 0 = 42

Das Handelszahlensystem zeichnet sich eher durch seine Pragmatik aus. Die Händler bevorzugen das Zehnersystem oder in manchen Fällen auch das Zwölfersystem. Meist wird einfach mit Kerben oder einfachen Strichen gearbeitet. Jeder fünfte oder sechste Strich wird quer über die anderen gestellt. Oft wird auch ein System verwendet, das man von weither übernommen hat. Dieses hat für jede Zahl so ähnlich wie das göttliche System ein eigenes Symbol. Es geht aber bis zur Neun.

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Zauberei, Magie und Wahrsagekunst

Grundsätzlich sind die meisten der Walis der magischen Kunst gegenüber mißtrauisch eingestellt. Zauberei gilt bei vielen entweder als Scharlatanerie, Betrug oder widernatürliche Unheilskraft. Magie wird als unehrlich und heimtückisch angesehen. Menschen sollten ihre Ziele mit Verstand, Kraft und Stahl erreichen. Die umfangreichen Sittengedichte der Wali sind voll von Begebenheiten, in denen Menschen in den üblen Verstrickungen ihrer Zauberei zu Fall kommen.

Und dennoch gibt es Walis, die mit Kräften behaftet sind, welche keineswegs natürlichen Ursprungs sind. So sagt man zum Beispiel vielen 'adhalsmenn' und auch den Jarkhanen nach, sie können sich im Kampf in riesige Wölfe verwandeln und verheerend unter ihren Feinden wüten. Aber auch sieht man Menschen durch die Gegend ziehen, die als Begleiter einen Wolf haben, der ihnen Kräfte verleiht. Diese werden Wolfsgänger genannt. Auch andere Tiergestalten werden ihnen nachgesagt. (In Wirklichkeit können sich nur die Jarkhane verwandeln und sind dann riesige Wölfe. Doch das wissen allenfalls die Betroffenen und sonst niemand.)

Eine andere Art der Magie ist der Zustand eines Berserker. Gerade die walischen Krieger versuchen, sich vor einem gefährlichen Kampf in eine Berserkerzustand zu bringen. Die Methoden sind hierbei sehr unterschiedlich: Eine spezielle Atemtechnik kommt hierbei ebenso vor wie die Einnahme von Rauschkräutern. Ein Wali, der sich im Zustand des Berserker befindet, greift voller Wut an und spürt Wunden, die ihm zugefügt werden, kaum. Der Berserker-Zustand verleiht zwar enorme Furchtlosigkeit, Stärke und Widerstandskraft, dafür treten die anderen Sinne im gleichen Maß zurück. So kann ein Berserker schlecht Freund von Feind unterscheiden. So tun die Kampfgefährten gut daran, sich nicht allzu sehr in die Nähe eines Berserkers zu begeben. Sollte ein Kampf beendet sein, so braucht es eine Zeit, bis sich ein Berserker wieder beruhigt hat und wieder Herr all seiner Sinne ist. Nur wenige, sehr mutige Walis versuchen, einen Berserker mit Worten zu beruhigen. Meist bedarf es zusätzlich noch einiger starker Krieger, die den wutschäumenden Wali währenddessen zu Boden ringen und festhalten.


Darüber hinaus leben in den Stämmen der Heden und Bognaren Schamanen, und insbesondere bei den Heden weise Frauen, die starke Verbindungen zur Geisterwelt haben und in der Lage sind, Heil und Unheil zu stiften. Die Schamanen sind in der Kräuterkunde bewandert und verstehen diese zur Linderung so mancher geistiger und körperlicher Leiden einzusetzen. Dies wird durch eine besondere Magie, die sie besitzen, unterstützt. Alte Schamanen halten oft Ausschau nach Menschen mit dieser Begabung, die dann geschult und vervollkommnet wird. Besondere Bedeutung haben bei ihnen die vier großen Feiertage der Walis (Saatfest, Mitsommer, Erntedank, Mitwinter). In dieser Zeit werden ihnen besondere Kräfte nachgesagt. Doch haben sie noch zwei andere Tage im Jahr, an denen sie ihre Magie besonders leicht einsetzen können. Diese werden durch Naturereignissen und eine besondere Konstellation der Sterne hervorgerufen und von den Schamanen "Erstes Erwachen" und "Erster Frost" genannt.

Durch den Gebrauch von Magie in der Heilung und im Kontakt mit den Geistern sind die Schamanen zwar angesehen, werden aber auch mit unterschwelligem Mißtrauen betrachtet. Daher kommt es, dass sie sehr zurückgezogen leben, und oft sich Geschichten um sie ranken. Doch kommt der Schamane gerade dann zu ihnen, wenn Leib oder Geist in Gefahr sind, was jedoch nur in den seltensten Fällen zugegeben wird. Eine Abweichung dazu stellen die Heden oder Bognaren dar, bei denen die Schamanen höchstes Ansehen geniessen. Trotzdem grenzen sich die Schamanen oft, besonders aus spirituellen Gründen, ab.

Eine besondere Art der Zauberei ist die der Runenritzung. Runen dienen nicht nur als Schriftzeichen, sondern sind, da sie von den Göttern stammen, vielmehr zauberkräftige Zeichen mit einer komplexen und vieldeutigen Kraft. Jede Sippe verfügt über einen Runenkundigen, der die Runen in gewissen Maße zu nutzen weiß. Der hervorragendste Runenkundige eines Stammes ist dessen Godhi. Am bekanntesten ist wohl der Runenwurf, der der Zukunfts- und Gegenwartsdeutung dient. Hierbei werden Runenstäbe (längliche und flache Holz- bzw. Knochenstücke mit eingeritzten Runen oder eine bestimmte Anzahl einfacher Holzstäbe) empor geworfen. Die Anordnung, in der die Hölzer liegenbleiben, geben dem Kundigen Aufschluss über das Erfragte. Die Zauberkraft der Runen machen sich die Walis aber auch anderweitig zunutze. Schilde und Waffen werden so bruchfest und Schneiden selbstschärfend. Aus das Rosten der Waffen soll so verhindert werden. Besonders bei den Atlirn gibt es Menschen, die Runenzauberei in ausgedehnten Maße betreiben. Man musste einige Wali sogar für friedlos erklären, da sie diese Kunst zu freizügig und schadenbringend anwandten. Zu Neu-Westurgoi lässt sich noch sagen, das sich die besten Godhis daran versuchen, gemeinsam eine Runenfolge zu finden, die die Zersetzung des Eisens im Ydd-Wes Neu-Westurgois verlangsamt bzw. aufhebt. Gerüchteweise soll der Durchbruch bevorstehen.

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